Der internationale Automobilrennsport hat schon früher in Bern Geschichte geschrieben. 1950 wurde der Grand Prix von Bremgarten Bestandteil der damals neu gegründeten Formel 1 und blieb bis 1954 in deren Rennkalender. Nach der Katastrophe bei den 24 Stunden von Le Mans im Juni 1955, bei welcher 84 Menschen ihr Leben verloren, wurden ab 1955 in der Schweiz Rundstreckenrennen verboten.

64 Jahre später ist Bern nun wieder Austragungsort eines internationalen Rundstrecken-Automobilrennens – notabene mit der Formel E eines ohne Abgas- und sehr geringen Lärmimmissionen. Nachdem im vergangenen Jahr Zürich den Auftakt mit der erstmaligen Durchführung eines Formel-E-Rennens auf Schweizer Boden gemacht hat, können sich die Berner 
am 22. Juni auf einen Event 
mit Volksfestcharakter und umfangreichem Rahmenprogramm freuen.

Aber nicht nur die Zuschauer vor Ort werden auf ihre Kosten kommen. Der Anlass, den weltweit Millionen TV-Zuschauer verfolgen, bietet dem Tourismus und der die Elektro-Mobilität entwickelnden und fördernden Wirtschaft enorme Chancen, ihre Leistungen in ein grosses Schaufenster zu stellen. Der Tourismus ist allerdings schon beinahe ein Selbstläufer. Die attraktive Kulisse der Berner Altstadt wird bei der TV-Übertragung um die Welt gehen und beste Werbung für die Bundeshauptstadt und die Schweiz ­abgeben. Die Berner Hoteliers können jetzt schon jubeln. Denn knapp zwei Monate vor dem Event sind die lokalen Betriebe bereits gänzlich ausgebucht.

Trotz den favorablen Bedingungen muss die sich bietende Chance zur Imagewerbung bestmöglich genutzt werden. Denn nächstes Jahr findet das Rennen in Genf statt und 2021 wieder in Zürich. Hinzu kommt, dass Bern bei der Bewerbung für die Austragung der Strassen-Radweltmeisterschaft 2024 inklusive ­Paracycling-WM leer ausgegangen ist. Für deren Planung und Durchführung hatte der Berner Gemeinderat dem Stadtrat einen Kredit von insgesamt 3,6 Mio. Franken beantragt. Die Rad-WM 2024 wird Zürich durchführen, wo von Kanton und Stadt für Planung und Durchführung ein rund dreimal so hoher Betrag bewilligt wurde.