Die Schilthornbahn vermeldet Jahr für Jahr gute Geschäftszahlen, was in dieser Branche eher eine Ausnahme ist. Doch mit dem erfolgreichen Marketing – vor allem in den asiatischen Märkten – stösst die rund 50-jährige Bergbahn zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Auch ich habe mich 
an einem schönen Skitag schon dafür entschieden, in der Dorfbeiz von Stechelberg einen zusätzlichen Kaffee trinken zu gehen, anstatt eine Stunde an der Talstation der Schilthornbahn anzustehen.

Als Massnahme führte die Bergbahn nun eine neue Reservationsgebühr ein: Für zusätzliche fünf Franken haben Fahrgäste einen separaten Zugang zur Seilbahn und können so die Wartezeiten umgehen. Dies stösst vor allem bei einheimischen Gästen auf Kritik. In verschiedenen Medien ist von Zweiklassengesellschaft die Rede, was meiner Meinung nach etwas überspitzt ist. Klar ist jedoch: Die Kapazität ist ausgeschöpft und mit der zusätzlichen Reservationsgebühr wird lediglich auf Kosten der Gästezufriedenheit der Umsatz des Unternehmens maximiert.

Falls sich das Schilthorn bei Touristen weiterhin so erfolgreich vermarktet, bleibt nur eines zu hoffen: Dass die geplante 90-Millionen-Erneuerung der Schilthornbahn möglichst schnell realisiert wird, denn mit dieser soll die Beförderungskapazität massiv erhöht werden. Das Projekt soll bis 2024 fertiggestellt sein. Bis dahin heisst es: (Ab-)warten und Kaffee trinken.